Der BBBank Wildpark im Umbau

Es ist ein herausforderndes Projekt: Der Vollumbau eines Fußballstadions im laufenden Spielbetrieb. Das bedeutet: eine funktionsfähige Infrastruktur auf der einen Seite und Bagger, Baukräne und Beton auf der anderen Seite. Über die Schritte zum Ziel, ein modernes und zeitgemäßes Fußballstadion in Karlsruhe zu errichten, wird auf den folgenden Unterseiten berichtet.

Die Baustelle ist bedeutend für den Pächter Karlsruher SC, aber auch für die Eigentümerin des Stadions, die Stadt Karlsruhe. Zuletzt war das Gebäude nicht mehr optimal vermarktungsfähig, der Spielbetrieb in der Liga war nur durch Außnahmegenehmigungen und höhere Investitonen in die Wartung und Sanierung der Infrastruktur und Gebäudetechnik möglich. Nach Abschluss der Bauarbeiten für das neue Fußballstadion im Wildpark wird das jedoch der Vergangenheit angehören.

Häufig gestellte Fragen zur Stadionbaustelle

Das neue Fußballstadion im Wildpark soll Platz für insgesamt 34.000 Fans bieten, die deutlich näher ans Spielfeld rücken. Verschiedene Ansichten des neuen Stadions finden sich hier.

Die Stadt Karlsruhe ist Bauherrin des neuen Fußballstadions im Wildpark. Alle Fäden laufen hier beim Eigenbetrieb „Fußballstadion im Wildpark“ zusammen. Den Auftrag zur Ausführung des Baus hat die in Düsseldorf ansässige BAM Sports GmbH erhalten. Die technische Projektleitung liegt bei der Karlsruher Schieneninfrastrukur-Gesellschaft (KASIG).

Der mit dem Totalunternehmer vertraglich vereinbarte Fertigstellungstermin liegt im Sommer 2022. Im Laufe der Bauzeit hat sich jedoch abgezeichnet, dass dieser Termin unter Umständen nicht eingehalten werden kann.

Der Vollumbau des Stadions erfolgt in drei Bauabschnitten. Nach Fertigstellung der einzelnen Bauabschnitte werden die jeweiligen Neubauten für den laufenden Betrieb geöffnet. Den Start wird die neue Osttribüne machen, danach folgt die neue Tribüne in der Südkurve, die Nordtribüne und zum Schluss die neue Haupttribüne.

Auch während des Baus können die Spiele des KSC im Wildpark stattfinden. Dafür werden provisorische Tribünen aufgestellt, sodass immer mindestens 15.000 Zuschauer Platz haben. Während der Corona-Pandemie durfte diese Besucherzahl kurzzeitig durch eine Außnahmegenehmigung die Mindestzuschuerzahl unterschritten werden, um den Bauablauf zu vereinfachen.

Mit einem Beschluss vom 24. April 2018 hat der Gemeinderat das Gesamtbudget des Projekts bislang auf 122,95 Millionen Euro festgelegt. Im Raum steht nun eine Risikobetrachtung, deren Summe sich beim Eintritt des „Worst-Case“-Szenarios auf bis zu 143 Millionen Euro belaufen könnte. Die bisher gesicherten Gesamtkosten liegen derzeit bei ca. 119 Millionen Euro. Bei dieser Risikobetrachtung entfallen gegenüber den derzeitig gesicherten Gesamtkosten rund ca. 21 Millionen Euro auf den Stadionbau sowie 3 Millionen Euro auf den Bereich der öffentlichen Infrastruktur.

Zunächst waren ab Frühjahr 2020 regelmäßige Baustellenführungen geplant, die augrund der Corona-Pandemie allerdings verschoben werden mussten. Ein Start für Baustellenführungen ist bedingt durch die Pandemie noch nicht absehbar. Nähere Infos dazu werden rechtzeitig auf dieser Webseite unter dem Punkt Stadionführungen veröffentlicht.

Der Bau einer separaten Stadtbahnstrecke zum Wildparkstadion wurde in der Vergangenheit mehrfach untersucht, aber letztlich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen verworfen. Auch betrieblich wäre diese Aufgabe kaum lösbar: So müssten für die Rückfahrt nach Spielende Doppelzüge in sehr dichtem Takt zusätzlich zum normalen Straßenbahnbetrieb in das städtische Tram-Netz einfädeln – hierfür besteht aber keine ausreichende Kapazität. Die bisherige Lösung mit Shuttle-Bussen hat sich grundsätzlich bewährt und soll noch weiter optimiert und ausgebaut werden. Unabhängig vom Shuttle-Verkehr prüfen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) die Einrichtung einer regelmäßigen Buslinie auch außerhalb der Spieltage, um eine bessere Erreichbarkeit des Stadions zu ermöglichen.

Im Umfeld des neuen Stadions werden 3.000 Stellplätze für Fahrräder eingerichtet. Ein Teil davon entsteht auf dem Birkenparkplatz, ein weiterer Schwerpunkt wird die Friedrichstaler Allee sein. Auch im näheren Stadionumfeld soll es Abstellmöglichkeiten geben, diese sind aber von der weiteren Planung des Totalunternehmers abhängig.

Die Detailplanung der Videotafeln ist noch nicht erfolgt. Angaben zu einem etwaigen Entfall von Zuschauerplätzen können erst nach Erstellung dieser Planung gemacht werden. Ein Videowürfel – wie etwa in Frankfurt – ist im Konzept aber nicht vorgesehen. Nach aktuellem Stand ist die Platzierung der Videowand auf der Nordtribüne vorgesehen. Der Karlsruher SC prüft jedoch die Option, auf eigene Kosten eine zweite Videowand zu installieren.

Das Wildparkstadion steht seit jeher Mitten im Hardtwald, das größte zusammenhängende Waldgebiet im Stadtgebiet Karlsruhe – das daher nicht umsonst als „grüne Lunge Karlsruhes“ bezeichnet wird und eine große Bedeutung für die Frischluftzufuhr der Stadt hat. Daher sind die ökologischen Gesichtspunkte beim Bau nicht zu vernachlässigen: Bäume werden beispielsweise nur dann gefällt, wenn sie krankheitsbedingt vorbelastet sind. Zudem wurden bereits umfangreiche Ersatz-Pflanzungen vorgenommen. Die Abbrucharbeiten finden in genau definierten Zeitfenstern statt, um unter anderem die Brutzeit von Fledermäusen nicht zu gefährden.

Am neuen Stadion wird sich das Thema Nachhaltigkeit unter anderem durch eine Photovoltaik-Anlage an der Haupttribüne widerspiegeln. Zudem sind im Bereich der Mobilität über 3.000 neue Fahrradabstellplätze vorgesehen. Durch die Einbindung bereits bestehender Parkräume in Karlsruhe und das Angebot des ÖPNV soll der Individualverkehr am Spieltag rund um das Stadion weitestgehend gesenkt werden.

Auf das Thema Barrierefreiheit wird großer Wert gelegt! Im neuen Stadion wird es auf der Osttribüne über 100 Plätze für mobilitätseingeschränkte Besucher geben. Diese sind ebenerdig zur Promenade. Um auf den Wall zu gelangen gibt es eine Rampe und einen Aufzug. Direkt angrenzend zum Adenauerring, nahe der Kreuzung zur Theodor-Heuss-Allee entsteht ein neues Kassen- & Sanitärgebäude, das als Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung dient. Auf der Promenade ensteht zudem ein gesondertes Sanitärgebäude, die speziell auf die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Besuchern eingerichtet sind.

Für den Kartenverkauf für die Spiele des Karlsruher SC ist der Verein selbst zuständig. Fragen rund um den Ticketkauf und auch weitere Informationen rund um Corona-Situation an Spieltagen erhalten Sie hier: KSC-Ticketshop. Es wird künftig vor allem ein digitaler Ticket-Verkauf forciert, durch Kassengebäude im Stadionumfeld wird es aber auch weiterhin die Möglichkeit geben, direkt vor Ort Eintrittskarten zu erwerben.

Es gibt weitere Fragen oder Anmerkungen zum Vollumbau des Fußballstadions im Wildpark? Dann können Sie gerne eine Nachricht an den Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark (EiBS) senden!