Erste Teile des neuen Daches werden eingehoben

Erstes Dachelement auf der Osttribüne montiert

Nahezu unbeeindruckt durch die Corona-Pandemie gehen die Bauarbeiten am neuen Fußballstadion im Wildpark weiter. Den Takt geben dabei die Schwerlastfahrzeuge an, die in regelmäßigen Abständen die Baustelle erreichen. Sie bringen tonnenschwere Betonfertigteile aus dem mittelbadischen Raum nach Karlsruhe: Die vorproduzierten Elemente müssen im Wildpark nur noch an die richtige Stelle gehoben werden.

Das geschieht derzeit noch im Bereich der ehemaligen Gegengerade: Im östlichen Teil der Tribüne werden bereits in der Kurve Richtung Südtribüne die Sitzplatzunterkonstruktion eingehoben. Ganz geschlossen wird der Tribünenrang in dieser Phase noch nicht: Erst wenn der Flutlichtmast abgebaut wurde, kommen in der Kurve die letzten Teile an ihren Platz. Doch nicht nur im vorderen Bereich ist der Fortschritt sichtbar: Hinter der Tribüne werden bereits seit mehreren Wochen weitere Fertigbetonteile angeliefert und kaum angekommen auch schon in den Neubau integriert.

Aus je zwei Teilen entsteht der erste Teil des statisch tragenden Systems des Stützwerks rund um das Stadion. Dabei sticht vor allem die Form der Y-Stützen heraus. Jede dieser 16,80 Meter hohen Stützen besteht dabei aus zwei Bauteilen, die erst vor Ort zusammen montiert werden. Später werden im gesamten Stadion in Summe 74 dieser Stützen verbaut sein. Auch der Zwischenraum zwischen den einzelnen Y-Stützen wird anschließend noch geschlossen, was wiederum für zusätzliche Stabilität sorgt. Die Y-Stützen nehmen später die Zug- und Druckkräfte aus der Hebelwirkung der frei auskragenden Dachkonstruktion auf.

Teile dieser Dachkonstruktion werden aktuell im Bereich der ehemaligen Hauptkasse vormontiert. In dieser Woche werden die ersten Teile eingehoben – wenn die Wetterverhältnisse mitspielen. Zwischenzeitlich wurden im Tribüneninneren auch die tragenden Stützen auf ihre spätere Aufgabe vorbereitet.

Zwischen den Y-Stützen und der Rückseite des Stadionrangs sind die Arbeiter derzeit schon mit dem Bau der WC-Anlagen und Technik-Räume beschäftigt. Hier werden auf ein vorbereitetes Fundament die Außenwände gemauert. Diese Rohbauarbeiten direkt hinter der Osttribüne liegen bereits in den Endzügen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Stadionboulevards, also dem Bereich, in dem sich die Besucher des Stadions künftig zu ihren Plätzen bewegen können, werden derzeit erste Vorbereitungen für den Kiosk-Bau getroffen.

Voraussichtlich ab September kann die neue Tribüne genutzt werden. Sie bietet in der Übergangszeit, in der die Haupttribüne abgerissen und wieder neu errichtet wird, nicht nur für fast 9.500 Fußballfans Platz, sondern auch für Provisorien für Stadiontechnik, Logen-Gäste und Presse.

Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Tage der Haupttribüne gezählt. Da in der laufenden Spielzeit keine Zuschauer im Stadion mehr erwartet werden und somit einige Bereiche nicht mehr in Betrieb gehen, können eben diese Bereiche nun schon ausgeräumt werden. Der Abriss der Haupttribüne steht nach der Inbetriebnahme der Osttribüne und der benötigten Provisorien im Spätjahr 2020 auf dem Programm.

Ein weiteres Provisorium wird schon bald wieder aus dem Wildpark verschwunden sein: Der Abbau der temporären Südtribüne hat bereits begonnen. Dieser Schritt trägt dazu bei, dass die Arbeiten an der Kurve der Osttribüne bündig in den Neubau der Südtribüne münden können.

Im nördlichen Bereich, angrenzend zum Adenauerring, gehen die Arbeiten ebenfalls voran: Nachdem auf der Fläche des ehemaligen Platzes 2 zunächst ein Regenrückhaltebecken entstanden ist, wird nun eine Asphaltschicht aufgetragen. Sie dient später als Aufstellfläche für die Fahrzeuge der Gästefans. Bis dahin entsteht dort noch zeitweise ein Containerdorf. Hier werden nicht nur die Baubüros des ausführenden Totalunternehmers BAM Sports, sondern auch das Equipment für die TV-Übertragung, die Polizeiwache und der Fanshop zu finden sein.